Fortbewegung


In Thailand gibt es unglaublich viele schöne Orte zu entdecken welche man mit den verschiedensten Verkehrsmitteln erreichen kann. Das Flugzeug lasse ich dabei mal außen vor. Natürlich kann man auch Inlandsflüge buchen, aber da sogar Bus und Zug fahren ein Erlebnis ist sollte man - allein schon der Umwelt zuliebe - das Innlandsfliegen sein lassen.
Alle anderen Verkehrsmittel, welche man in Thailand nutzen kann, habe ich hier aber mal aufgelistet und ein bisschen was dazu erklärt:

Bus:
Der Bus ist das Reisemittel für Backpacker in Thailand. Er ist günstig, sauber und bringt einen schnell und recht komfortabel von A nach B… zumindest solange man VIP Bus fährt. Für alle Strecken gibt es verschieden Busunternehmen und Busklassen. Meines Wissens nach fängt es mit Klasse 3 an. Dann 2, 1 und dann VIP. Ich bin ein einziges mal mit der ersten Klasse gefahren und konnte mir eine Nacht in einem Bus ohne intakte Klimaanlage, mit 7 schlafenden Elektrikern die diese eigentlich reparieren sollten auf dem Boden neben mir und zwei Kakerlaken auf dem Kopfteil vor mir um die Ohren schlagen. Davor und vor allem danach bin ich nur noch VIP Bus gefahren und würde dies auch jedem ans Herz legen. Auf das Unternehmen habe ich dabei nie geachtet. Man bekommt dort große Sitze mit viel Fußraum, eine Decke (super wichtig, denn in den Bussen ist es sehr kalt – also denkt an Socken :D), Wasser, ein paar kleine Snacks, Wlan und eine Toilette. Mit im Bus sollte man auch immer Kopfhörer oder ähnliches haben, da es selbst bei Nachtfahrten oft vorkommt, dass laut Thaifilme gezeigt werden.
Bei jeder VIP Fahrt wird irgendwann eine Pause an einer großen Raststätte gemacht wo es eine Art Mensa gibt, in der man sich für den abtrennbaren Bereich seines Bustickets eine Schüssel mit Reissuppe holen kann. Oder alternativ kann man den Ticket-Abriss für den danebenliegenden Snack-Laden als Wert von irgendwas um die 30 Baht verwenden. Das Busticket sollte man also auf jeden Fall erst einmal bei sich behalten.
In Bangkok ist die größte Busstation der Mo Chit Bus Terminal. Dort gibt es eine so große und häufige Anzahl von (VIP)Busfahrten, dass man i.d.R. einfach dorthinfahren und sich sein Busticket für den selbigen Tag kaufen kann ohne vorab den Stress einer Buchung zu haben. Natürlich kann man aber auch einfach schon ein paar Tage vorher bei dem Busterminal vorbeifahren und sich das Ticket kaufen.

Taxi:
Taxen sind eigentlich nur in Bangkok relevant und haben dort sehr knallige Farben von gelb-grün über rot bis pink. Davon sollte man sich nicht irritieren lassen und es hilft sie im Verkehr schnell zu finden.
Taxen mit einem leuchtenden roten Symbol in der Vorderscheibe signalisieren einem, dass sie frei sind und aus dem Verkehr heran gewunken werden können. Ist der Taxifahrer dann auch noch bereit sein Taximeter einzuschalten kann man i.d.R. entspannt einsteigen und wird nicht abgezogen. Ist der Fahrer nicht bereit das Taximeter einzuschalten sollte man sich nicht zu einem Festpreis bequatschen lassen. Dabei wird man eigentlich immer abgezogen und es kann sein, dass der Fahrer plötzlich doch mehr verlangt und so unnötiger Stress entsteht. Ab ca. 17/18 Uhr wird es langsam jedoch schwer Taxen zu finden, welche noch bereit sind das Taximeter anzumachen. Vor allem wenn man in Richtung Khaosan Road will. Am besten versucht man also schon vorher wieder in den fußläufigen Bereich seines Hostels zu kommen.
Wenn man jedoch ein wenig aufpasst und seinem gesunden Menschenverstand vertraut ist das mit dem Taxifahren in Bangkok gut machbar.

Taxen bei Nacht - Links sieht man das rote Symbol


Rollertaxi:
Zu erkennen sind diese speziellen Verkehrsmittel an den Fahrern mit den neonfarbenen Westen, welche oft eine Telefonnummer aufgedruckt haben. Ich selbst bin mit diesen Taxen nur zwei Mal gefahren und musste beide Male erst einmal ordentlich am Preis feilschen. Vielleicht gibt es Rollertaxen mit Festpreis aber die Regel ist es meiner Erfahrung nach nicht. Bei der Fahrt selbst sitzt man hinter dem Fahrer und schlingt ihm die Arme um den Bauch – bei der thailändischen Hitze nochmal ein ganz besonderes Erlebnis für sich. Fährt man zu mehreren Personen mit Rollertaxen zum selben Ziel kommt es oft zu Wettrennen zwischen den Fahrern, was bei der hohen Unfallrate nicht zum Sicherheitsgefühl beiträgt. Hat man seinen Backpack auf dem Rücken würde ich von einer Fahrt mit einem Rollertaxi gänzlich abraten. Das habe ich einmal gemacht und damit fällt man in jeder Kurve fast hintenüber und somit muss man sich nur noch fester an den Fahrer klammern. Es gibt sicher einige Leute, für die das jetzt alles nach Spaß klingen mag, ich würde aber nicht gerade zu Fahrten mit diesen Taxen raten. 

Bahn/Zug:
Bahn bin ich selbst nur in Bangkok gefahren und dort auch nur die Skytrain. Für diese benötigt man Kleingeld und muss sich schon im Vorhinein bewusst sein an welche Haltestelle man aussteigen muss. Dann ist es jedoch eine sehr günstige und einfache Art sich fortzubewegen und man hat eine spannende Aussicht inklusive. Hat man gerade kein Kleingeld zur Hand gibt es an vielen Stationen Geldwechsler, die einem mit viel Glück sogar auf Englisch sagen können an welcher Station man am besten aussteigt. Meist sollte man das jedoch einfach per Google Maps (da sind die Routen zu sehen) oder mit Hilfe der Hostel-Rezeption selbst herausfinden.
Es gibt auch eine Metro in BKK welche wohl einfach zu benutzen sein soll, jedoch bin ich sie nie gefahren.
Längere Bahnfahrten habe ich selbst in Thailand nicht unternommen jedoch ist Bangkok sowohl mit Chiang Mai im Norden sowie mit einigen Stationen im Süden mit einem wohl sehr guten Bahnsystem vernetzt. Die Züge auf diesen Strecken haben Tickets für die Klassen 1-3, wobei wohl nur die 1 Klasse Klimaanlage und die anderen nur Ventilatoren haben sollen und mir von der 3. Klasse wärmstens abgeraten worden ist. Die Züge verfügen jedoch auch über Schlafwagen und sollen so eine Nachtfahrt von BKK in den Norden wohl sehr angenehm und entspannt gestalten. Dies ist jedoch Hörensagen. Existieren tun die Züge aber auf alle Fälle und viele Backpacker nutzen sie vor allem für Fahrten zwischen Chiang Mai und BKK.

TukTuk:
In Thailand kommt man nicht um sie drumherum – TukTuks sind überall. Und weil es so viele von ihnen gibt, gibt es keine goldene Regel für Fahrten mit diesen Verkehrsmitteln. Meist gibt es keinen Festpreis und wenn man mit einer Gruppe Touris ein TukTuk nimmt wird man beim Preis i.d.R. etwas übers Ohr gehauen. Da die Englisch- bzw. Thai-Kenntnisse auf beiden Seiten für Verhandlungen aber meist nun einmal nicht ausreichen kann man ein bisschen feilschen, aber oft ist der Preis dennoch vollkommen bezahlbar und mit einer Gruppe auch völlig tragbar dafür, dass man einen Fahrer hat, der einen auch gerne mal für mehrere Stunden von hü nach hott transportiert.
Nur im Voraus sollte man nie bezahlen, sonst kommt es vor, dass der Fahrer während man sich den x-ten Tempel anschaut verschwindet. Wiederfinden würde man ihn ja eh nicht. Und auch von Anzahlungen sollte man sich vorsehen, denn auch da kann es vorkommen, dass man mit der schon genügend übers Ohr gehauen wurde, dass der Fahrer keinen Sinn mehr sieht den Rest der Zeit tatsächlich noch zu arbeiten, um auch den Rest des Preises zu erhalten. Wenn das passiert sollte man jedoch nicht wütend werden, es gibt genug andere TukTuks die einen gerne mitnehmen und der gleiche Fehler passiert einem dann sicher nicht noch einmal. Viele TukTuk-Fahrer sind aber sehr freundlich, machen gerne auch mal ein Foto von einem und warten geduldig bis man jeden Punkt auf der Tour abgeklappert hat. Ich habe es auch nie erlebt, dass nach einem verhandelten Preis am Ende doch mehr verlangt wurde oder ähnliches. Ja, man wird vermutlich öfter mal übers Ohr gezogen aber das verkraftet sogar ein Backpacker Portemonnaie in Thailand und die Fahrten mit TukTuks gehören zu jedem Thailand-Abenteuer nun einmal dazu.
TukTuk


Ich weiß nicht ob man all diese kleinen Gefährte einfach
'TukTuk' nennt - funktionieren tun sie jedoch alle sehr ähnlich


Songteao:
Diese Verkehrsmittel sehen im Grunde genommen aus wie große TukTuks und fassen auch ca. 4 – 5mal so viele Menschen. I.d.R. haben sie feste Abfahrtszeiten und Preise. Als unwissender Touri wird man vielleicht auch bei ihnen ein bisschen übers Ohr gehauen, aber das kann man verhindern indem man versucht vor dem einsteigen den Festpreis herauszufinden. Mir fallen jedoch nicht so viele Stellen und Situationen ein wo ein sagen wir mal „klassischer Backpacker“ auf ein Songtaeo angewiesen ist. Meist habe ich dies als Verkehrsmittel für die weniger dicht besiedelten Bereiche des Landes gesehen und eher nicht in den Touri-Hotspots.
Blick aus einem Songtaeo auf ein anderes


Sonstige Verkehrsmittel:
Wenn man das Glück hat hinten auf einem PickUp mitzufahren gehört man auf alle Fälle, zu denen die das Beste Verkehrsmittel erleben durften – in meinen Augen zumindest. Es gibt nichts Schöneres als hinten auf einer PickUp -Fläche zu sitzen oder zu liegen und sich den Wind um die Ohren wehen zu lassen.
Außerdem gibt es natürlich viele Stellen, an denen man sich selbst Roller oder Fahrräder ausleihen darf. Ist man nicht gerade in einer Großstadt ist das Fahrrad auf jeden Fall immer einen Versuch bzw. eine Tour durch die Gegend wert.
Roller bin ich in Thailand nicht gefahren, da AFS dies den Teilnehmern untersagt. Darum weiß ich auch nicht wie es mit einer internationalen Führerschein-Pflicht aussieht. Am besten vorher googeln, wenn man vor hat Roller zu fahren. Ist aber nicht zwingend nötig, um in Thailand von A nach B zu kommen und macht einem bei dem dortigen Verkehr vermutlich auch nur unnötigen Stress.